Beleuchtung und Bedienelemente

Bei der Beleuchtung muss man nur wenige Details beachten, damit sie Menschen mit Behinderung das Leben erleichtert. Das gilt auch bei den Bedienelementen im Haushalt. Für die Selbstständigkeit unabdingbar ist aber auch die Erreichbarkeit von Bedienelementen im öffentlichen Verkehr.

Die Beleuchtung in Räumen ist vor allem für Menschen mit einer Sehbehinderung und Senioren ein wichtiges Thema. So sollte die Beleuchtung gemäss der Fachstelle für behindertengerechtes Bauen generell ausreichend, nicht blendend und schattenarm sein, um die Orientierung zu erleichtern. Dies wird am einfachsten durch eine indirekte Grundbeleuchtung erreicht.

Beleuchtung als Leitfunktion

An einem Bürotisch sollte sich die Leuchte direkt über dem Arbeitsplatz befinden und die Lichtstärke der Art der Arbeit angepasst sein. Die Anordnung der Beleuchtung sollte nicht willkürlich sein, sondern so, dass sie eine Leitfunktion wahrnehmen kann. Die Lichtschalter müssen auffindbar und daher immer in Türnähe sein. Damit auch Rollstuhlfahrende die Schalter bedienen können, dürfen sie sich nicht höher als 110 Zentimeter über dem Boden befinden, dies mit 40 Zentimeter Distanz zur nächsten Raumecke.

Für Sehbehinderte sollten sie sich möglichst kontrastreich von der Wand abheben oder mit einer Reliefschrift ertastbar sein. Die Distanz zwischen Boden und Lichtschalter gilt als Richtwert auch für andere Bedienelemente wie Handkurbeln, Fenstergriffe, Türgriffe, Schlösser, Klingeln, Tastaturen oder Briefkästen.

Bedienelemente im ÖV

Bedienelemente haben nicht nur bei Hausbauten, sondern auch im öffentlichen Verkehr eine gewisse Schlüsselfunktion. So schreibt das Behindertengleichstellungsgesetz (BehiG) beispielsweise vor, dass ab 2014 Billetautomaten den Bedürfnissen der geh-, seh-, hör- und geistig behinderten Reisenden entsprechen müssen. Dabei hat sich nach einer Evaluation gezeigt, dass nur eine Touch-Screen-Bedienung in Frage kommt. Diese sollte sich zwischen 70 und 110 Zentimeter ab Boden befinden.

Ein besonderes Problem stellt hier der Münzeinwurf dar. Denn der Münzprüfvorgang verlangt eine Minimaldistanz von mindesten 70 Zentimeter zwischen Einwurf und Billetausgabe. Hier kann auf eine Höhe von maximal 130 Zentimeter gegangen werden. Höher sind sie für Rollstuhlfahrende kaum oder nur sehr schlecht zu erreichen. Die Bedienelemente am Automaten sollen grundsätzlich durch Kontraste und taktile Gestaltung auch für Sehbehinderte auffindbar und nutzbar sein. Dies kann eine Touch-Screen nicht erfüllen. Daher gibt es seit kurzem bei den meisten Verkehrsbetrieben auch die Möglichkeit der telefonischen Billetbestellung.

Text: Adrian Hauser

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