Eifel barrierefrei

Eifel barrierefrei bietet auf stufenlosen Wegen herrliche Naturerlebnisse. (Foto: Naturpark Nordeifel)
Auf stufenlosen Wegen mit geringer Steigung erleben Sie die faszinierende Natur im Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel hautnah. (Foto: Naturpark Nordeifel)

Moore, Stauseen und viele faszinierende Landschaften mehr lassen sich auch mit dem Rolli erkunden. Die Region Eifel bietet „Natur für alle“.

2003, im Europäischen Jahr für Menschen mit Behinderung, konnten Rollstuhlfahrer den Naturpark Eifel nur mit dem Rallyerollstuhl erleben. Heute dürfen Menschen mit Mobilitätseinschränkung Sturzhelm und Vierradantrieb getrost zuhause lassen. Der Naturpark Eifel hat sich zu einem Musterbeispiel für Barrierefreiheit entwickelt.

Barrierefreie Angebote im ständigen Ausbau

Der Kickoff für Eifel barrierefrei erfolgte 2004. „Das Europäische Jahr für Menschen mit Behinderung war die Geburtsstunde von Eifel barrierefrei. Es hat uns für das Thema Barrierefreiheit sensibilisiert. Wir begannen uns zu informieren, fortzubilden und touristische Partner zusammenzurufen“, erzählt Jan Lembach, Geschäftsführer des Naturparks Nordeifel.

Aktuell gibt es in dem 2500 Quadratkilometer grossen Deutsch-Belgischen Naturpark Hohes Venn-Eifel über 70 Angebote für Menschen mit Behinderung – alle geprüft durch die Nationale Koordinationsstelle Tourismus für Alle (Natko). Und der Ausbau des barrierefreien Angebots ist noch lange nicht abgeschlossen.

Viele Möglichkeiten für alle

Sämtliche Optionen für Menschen mit Behinderung sind mit einer genauen Beschreibung auf der Seite von Eifel barrierefrei aufgelistet. Fünf verschiedene Symbole geben Auskunft über die Art der Barrierefreiheit des jeweiligen Angebots.

Neben Angeboten für Rollstuhlfahrer und Menschen mit Mobilitätseinschränkung richten sich die speziell gestalteten Möglichkeiten auch an blinde und gehörlose Personen und an Menschen mit Lernschwierigkeiten.

Mit dem Fernglas kommen Sie im Naturpark Eifel auch raren Spezies näher.
Auch bei Wind und Wetter lassen sich im Naturpark Eifel mit dem Rolli herrliche Wanderungen unternehmen. (Foto: Naturpark Nordeifel)

Angebote für Menschen mit Mobilitätseinschränkung sind mit barrierefreien WCs, befestigten Wegen, vielen Sitzgelegenheiten, geringen Steigungen und Behindertenparkplätzen ausgestattet.

Optionen für blinde Menschen konzentrieren sich vor allem auf Naturerlebnisse durch Tasten, Riechen und Schmecken. Die Texte sind auf den Erklärungstafeln in Brailleschrift vermerkt. Da der Naturpark noch über kein Leitsystem verfügt, wird die Begleitung durch eine sehende Person empfohlen.

Barrierefreie Naturhöhepunkte

Highlights des Naturparks für Menschen mit Mobilitätseinschränkung sind der Besuch der Kakusushöhle ein barrierefreier Landschaftspfad mit 12 Informationsstationen und der fünf Kilometer lange Höfener Heckenweg.

2010 präsentieren sich erstmal 11 zertifizierte Gastgeber des Nationalpark Eifel mit speziellen Angeboten für Menschen mit Behinderung. Restaurants, Hotels, Ferienwohnungen, Campingplätze und ein Gästehaus unterzogen sich hierfür einem Qualifikationsprogramm. Neben einer Begutachtung der Betriebe durch die Natko nahmen die Betriebe auch an einer Fortbildung teil.

Wer Assistenz benötigt, muss diese zurzeit noch selbst mitbringen. Das Thema der Bereitstellung von Assistenzleistungen ist jedoch laut Jan Lembach bereits angedacht. 

Die Kakushöhle im Kartsteinfelsen kann auch auf Rädern besucht werden.
Die Kakushöhle im Kartsteinfelsen ist eine der grössen begehbaren Höhlen. Informationensstationen erzählen mehr über dieses Naturwunder. (Foto: Naturpark Nordeifel)

Auszeichnungen und Visionen

Für seine vorbildhaften Angebote für Menschen mit Behinderung wurde Eifel barrierefrei bereits mit mehreren Auszeichnungen bedacht. Zum Beispiel mit dem Deutschen PR-Preis in der Kategorie Neuland.

Aktuell arbeiten die Mitarbeiter der Naturparks an der dritten Auflage der Broschüre „Eifel barrierefrei“. Die zweite Auflage ist vergriffen, kann jedoch auf der Seite des Naturparks als PDF-Datei
heruntergeladen werden.

„Eifel barrierefrei wird sehr gut angenommen. Es gibt viel positive Resonanz“, sagt Jan Lembach. Das Engagement des Naturparks für Menschen mit Behinderung hat sich offensichtlich gelohnt. Lembach und sein Team haben noch viele Ideen in petto. Wer weiss, vielleicht wird es in ein paar Jahren auch möglich sein, die berühmten Narzissenfelder der Region mit dem Rollstuhl zu umrunden.

 

Text: MHA - 6/10

Fotos: Naturpark Nordeifel

Sie haben noch Fragen? Stellen Sie diese gleich hier im Forum!