Reiseplanung für Menschen mit Behinderung

Flugzeuge der Swiss und der Lufthansa an den Gates am Flughafen Zürich. (Bild: Flughafen Zürich AG)
Bei der Reiseplanung gilt es für Menschen mit einem Handicap - gerade bei Flugreisen - vieles zu klären. (Bild: Flughafen Zürich AG)

"Wenn einer eine Reise tut, dann hat er etwas zu erzählen...", lautet ein altes Sprichwort. Damit es nach einer Reise möglichst viel Positives zu berichten gibt, lohnt es sich, ausreichend Zeit in die Planung zu investieren. Dies gilt besonders für Menschen mit einer Behinderung oder einen chronischer Erkrankung. Wir zeigen Ihnen anhand einer Checkliste, worauf Sie achten müssen, um möglichst barrierefreie Reisen geniessen zu können. 

Ob Strandferien, Abenteuerurlaub oder Städtereise: Nie zuvor waren die Menschen so oft auf Reisen wie heute. Ein paar Klicks im Internet und los geht die Reise. Auch Menschen mit Handicap bereisen heute die Welt. Ganz so unkompliziert und spontan lassen sich barrierefreie Reisen und Ferien aber in den meisten Fällen nicht bewerkstelligen. Damit der Urlaub auch wirklich ein Erfolg wird, sollten Menschen mit Behinderung, einer chronischen Erkrankung oder auch ältere Reisende ihre Reise besonders sorgfältig planen und sie auf ihre individuellen Bedürfnisse ausrichten, medizinische Vorabklärungen treffen und sich gut versichern.

Reise selber planen oder sich an die Spezialisten wenden?

Über das Internet lassen sich heute viele nützliche Informationen über die Ferien-Destination, Hotels, Transportmöglichkeiten etc. finden. Ein guter Teil einer Reise lässt sich selber planen. Aber jede Behinderung und jede Erkrankung ist individuell und letztendlich muss jeder Reisende selber entscheiden, ob er sich zutraut, einschätzen zu können, wie die Transportmöglichkeiten, die Betreuung oder die medizinische Versorgung vor Ort tatsächlich sind. Wer auf Nummer sicher gehen will, wendet sich an ein spezialisiertes Reisebüro oder einen spezialisierten Reiseveranstalter.

Ein Seniorenpaar auf Reisen. Eine Frau lehnt sich zufrieden lächelnd an ihren Partner. (Bild: SBB)
Gute Reise: Senioren und Reisende mit einem Handicap sollten speziellen Hilfsbedarf auch auf Bahnreisen rechtzeitig anmelden. (Bild: SBB)

Reiseplanung-Checkliste

•    Für Menschen mit Behinderung oder chronisch Kranke kann eine Reise sehr belastend sein. Am besten, Sie besprechen Ihre noch vor der Buchung mit dem Hausarzt. Dabei muss auch kontrolliert werden, welche Impfungen aufgefrischt werden sollten oder welche Prophylaxe für Sie zusätzlich angezeigt ist.

•    Frühzeitig eine Reiseapotheke mit allen benötigten Medikamenten zusammenstellen: Auf Reisen kann es immer wieder zu Unvorhergesehenem kommen, deshalb sollten Sie für den Fall der Fälle genügend Medikamente dabei haben. 

•    Andere Länder, andere Sitten: Überprüfung Sie die für das Reiseland gültigen Einreise- und Zollvorschriften. Dies gilt besonders für Menschen, die zum Beispiel mit einem Blindenhund reisen oder mit speziellen Hilfsmitteln wie elektrischen Rollstühlen.

•    Eine besondere Bedeutung kommt den Versicherungsleistungen zu. Wer ins Ausland reist, dem wird der Abschluss einer speziellen Reiseversicherung empfohlen, die Soforthilfe rund um die Uhr, ständige Erreichbarkeit und einen weltweiten Service anbietet.

•    Weiter sollten Sie den Deckungsumfang und Geltungsbereich Ihrer persönlichen Krankenversicherung kontrollieren. Gegebenenfalls ist es angezeigt, teure Hilfsmittel mit einer zusätzlichen Gepäckversicherung abzusichern. Und eine Annullationskosten-Versicherung kann Sie im Notfall vor grossem finanziellem Schaden bewahren.

•    Bei der Planung sollten Sie auch besondere Sicherheitsbedürfnisse berücksichtigen: Wird vor Ort ein Reisebegleitservice benötigt? Wie präsentiert sich die medizinische Versorgung?

•    Spezielle Arrangements und Wünsche sollten Sie sich vom Reiseveranstalter immer rückbestätigen lassen, zur Sicherheit auch nochmals kurz vor der Abreise, damit Sie Ihre Reise möglichst entspannt antreten können.

•    Wer auf seiner internationalen Bahnreise mit Ausgangspunkt in der Schweiz  Hilfe beim Ein-, Um- und Aussteigen benötigt, sollte seine Reise möglichst früh (spätestens 48 Stunden vor Zugabfahrt) beim SBB Call Center Handicap (Telefonnummer 0800 007 102,  aus dem Ausland +41 225 78 44) anmelden. Zu den normalen Angaben benötigt das SBB Call Center Handicap zusätzlich die Sitzplatznummer und die Wagennummer der Platzreservierung. Mehr Infos finden Sie auch hier.

•    Bei Flugreisen - und nur falls dies nicht der Reiseveranstalter übernimmt - muss der Hilfsbedarf der Fluggesellschaft angemeldet werden. Spätestens 48 Stunden vor dem Abflug muss eine Airline informiert sein, welche speziellen Serviceleistungen benötigt werden (z.B. Transport auf Abflug- und Zielflughafen).

•    Dem Reisebüro oder der Fluggesellschaft sind Besonderheiten mitzuteilen, wie beispielsweise batteriebetriebene Rollstühle oder Blindenhunde. Mitgeführte Rollstühle müssen bei der Fluggesellschaft angemeldet werden.

•    Alle erforderlichen Reisedokumente und Ausweise (Diabetiker, Schwerbehinderte), und ebenso Hilfsmittel und Medikamente sollten Sie im Handgepäck mitführen.

Text: MyH 03/2014
Bilder: Flughafen Zürich AG & SBB

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