Helfen bis zum Schluss: Kinderhospize

Charity-Konzert im Freibad Groß-Gerau
Charity-Konzert im Freibad Groß-Gerau

Am vergangenen Samstag fand in Gross-Gerau, in Hessen, Deutschland, ein Konzert zugunsten der Bundesstiftung Kinderhospiz e.V. statt. Bei Der Erlös der Veranstaltung geht an die wichtige Arbeit mit und für lebensbegrenzend erkrankte Kinder. Doch wie steht es in der Schweiz, um die Hospizarbeit?

Die Bundesstiftung Kinderhospiz e.V. ist der Dachverband der deutschlandweit neun stationären Kinderhospize. Darüber hinaus gibt es in ganz Deutschland ambulante Hospizarbeit für Familien mit Kindern, deren Lebenszeit begrenzt ist.

 „Der Grund dafür sind nicht nur Krebsleiden, sondern oftmals auch seltene Erkrankungen. Muskelschwächen oder Stoffwechselkrankheiten sind progressiv und unheilbar“, berichtet Sabine Kraft. Sie ist die Geschäftsführerin der Bundesstiftung und freut sich sehr über dieses Event. 

Stars im Interview
Stars im Interview

Nicht nur Spenden sammeln

Es ging an diesem Tag nicht nur darum, Spenden zu sammeln, damit die Arbeit der Kinderhospize fortgesetzt werden kann. Vor allem möchte man die Öffentlichkeit für das Thema sensibilisieren. 

Viele denken beim Stichwort „Hospiz“ häufig  nur an Sterbebegleitung. Doch Kinderhospizarbeit sei wesentlich mehr, so Kraft.

Neben Beratung und fachlicher Unterstützung für die bundesweit etwa 20.000 betroffenen Familien stünde vor allem im Vordergrund, es den Kindern und ihren Angehörigen zu ermöglichen, das oftmals kurze Leben zu geniessen. Denn jährlich erliegen 2.500 bis 3.000 Kinder und Jugendliche ihrer Krankheit.

Ganzheitliche Betreuung auch in der Schweiz

In der Schweiz gibt es derzeit noch keine Kinderhospize. Kinder werden hier ausschliesslich in Unikliniken palliativmedizinisch betreut. „Eine inadäquate Situation“, findet Sabine Kraft, „abgesehen von dem sterilen, klinischen Umfeld findet dort keine ganzheitliche Betreuung und Entlastung der Familien in allen Phasen statt.“.

Laura und Max leben mit einer seltenen Muskelschwäche
Laura und Max leben mit einer seltenen Muskelschwäche

Damit es auch in der Schweiz bald die Möglichkeit gibt, Kindern und deren Familien in dieser schwierige Zeit zu helfen, wurde vor wenigen Wochen ein Stiftungsrat gegründet. Dieser bemüht sich um die Gründung des ersten Kinderhostel in der Schweiz. „Wenn alles gut läuft, können wir es in drei Jahren eröffnen“, ist Kraft zuversichtlich.

Kinderhospizarbeit bezieht auch die Familien ein. Da die Erkrankungen sich oft über einen langen Zeitraum verschlimmern, ist es wichtig, dass man den Familien nicht nur in der letzten Phase beisteht. Auch darf man den Fokus nicht nur auf die kranken Kinder richten. Geschwisterkinder und die Bedürfnisse der Eltern geraten oftmals völlig ins Hintertreffen.

Hier entlastet Kinderhospizarbeit die Familien, damit Zeit für alle bleibt und ein möglichst harmonisches Miteinander möglich ist. Ohne Schuldgefühle und Benachteiligung.

DSDS-Zweiter Martin Stosch
DSDS-Zweiter Martin Stosch

Fünf Familien vor Ort

In Deutschland waren fünf betroffene Familien bei dem Charity-Event vor Ort. Sie konnten nicht nur das Konzert besuchen, sondern durften hinter den Kulissen ein exklusives Grillfest mit den Stars geniessen.  

Alle Künstler traten an diesem Tag ohne Gage auf. 

Allen voran die Pro7-POPSTARS-Gewinner „Queensberry“ und „Monrose“. Letztere hatten bereits im Vorjahr ein Benefiz-Konzert für die Kinderhospize eröffnet. „Wir bekommen täglich so viel von unseren Fans, da ist es selbstverständlich, dass wir auch etwas zurückgeben möchten. Gerade für diejenigen, denen es nicht so gut geht,“ sagt Monrose-Sängerin Senna im Interview.

MyHandicap-Botschafter Justin Black & Monrose
MyHandicap-Botschafter Justin Black & Monrose

Ein Event für die Zukunft der Kinderhospize 

MyHandicap-Botschafter Justin Black konnte auf der After-Show-Party noch kurz mit einigen der Prominenten sprechen. 

Sie alle waren von dem Tag sehr begeistert. Zeigt er doch, dass jeder – egal ob Fan, Unternehmen oder Künstler – seinen Teil dazu beitragen kann, dass schwer kranken Menschen und ihren Familien geholfen wird.

Somit bleibt zu hoffen, dass es in der Schweiz weniger als die von Frau Kraft vermuteten drei Jahre dauern wird, bis auch hier Familien mit lebensbegrenzend erkrankten Kindern in einem Kinderhostel ganzheitlich betreut werden können.

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