Hilfe, es ist gleich Silvester!

Kurz nach Weihnachten kommt schon wieder ein Tag, wo alle Welt feiert. Da kommt mancher unter Druck, weil noch gar nicht feststeht, wie der Jahreswechsel gefeiert werden soll. But no panic, liebe Leser.

Auch wenn für Menschen mit Behinderung der Aktionsradius eingeschränkt ist, gibt es gute Möglichkeiten für Unentschlossene. Egal, ob Sie es gemütlich zu Hause oder on the road hätten.

Für Berliner Open-Air-Konzertbegeisterte ist das Brandenburger Tor immer für einen Tipp gut – dort steigt ein kostenfreier Event mit einer ganzen Reihe von Musikauftritten. Der Veranstalter „Silvester in Berlin“ stellt dazu „eine Tribüne für einige Rollstuhlfahrer in der Nähe der Hauptbühne“ zur Verfügung.

„Brennt ab den Zuckerhut...“

München dagegen bietet wie jedes Jahr die weltgrößte Feuerzangenbowle. Inmitten der Altstadtkulisse am Isartor kommt man mit genügend Winterkleidung und wärmenden Schlücken aus dem 9.000 Liter fassenden Kessel sicherlich in Stimmung. Rund um den brennenden Zuckerhut wird derlei Kulinarisches angeboten – bis 3 Uhr in der Früh. Mehr Infos hierzu.

Christiane aus dem MyHandicap-Forum erzählt, dass selbst bei ihr in Wolfsburg „viel gemacht“ werde. Es werden Theater- und Konzertveranstaltungen um Mitternacht angeboten. Und „Theater sind meist barrierefrei“, meint sie dazu mit einem Augenzwinkern.

Andere Locations haben auch ihre Reize

Sind Ihnen diese beiden Städte zu weit weg? Erkundigen Sie sich doch auf der offiziellen Webseite Ihres Wohnorts. Meistens ist es der gleiche Stadtname mit der Endung „.de“ – wie beispielsweise hamburg.de oder stuttgart.de. Da finden Sie sicher Eventtipps für Kurzentschlossene. Oft steht dabei die Nummer des Veranstalters – für eine telefonische Anfrage zur Zugänglichkeit.

Wenn Sie doch lieber Ihr(e) Heim(at) vorziehen oder der Geldbeutel einen Ausflug nicht erlaubt, ist das kein Grund zu einem einsamen Jahreswechsel. Wenn Sie nämlich zu keiner Silvesterparty eingeladen worden sind, machen Sie doch Ihre eigene!

Und wenn Sie glauben, dass werde eh ein „Dinner For One“ (werden Sie sich den Silvesterklassiker übrigens auch wieder mal anschauen?), dann irren Sie sich. Unter Ihren Angehörigen oder Bekannten gibt es sicher welche, die sich über eine Einladung freuen würden. Und fragen Sie mal in Ihrer Nachbarschaft herum.

Gemeinsam zubereiten und anschließend schmausen macht viel mehr Freude.
Nach wie vor beliebt an Silvester: Raclette. Da ist das Essen selbst das Programm (Saniclean/pixelio.de)

Einsame Herzen sind gemeinsam nicht einsam

Laden Sie zum spontanen Silvesteressen ein. Wenn Sie es traditionell mögen, zum Raclette oder zum Fondue. Da kann jeder etwas mitbringen. Und weil das Essen selbst das Programm ist, vergeht die Zeit wie im Fluge. Aber andere, weniger aufwändige Gerichte sind natürlich auch möglich. Wobei: Gemeinsam zubereiten und anschließend genießen wäre doch eine gute Idee, oder?

Unschlagbar barrierefrei wäre eine an das Silvesteressen anschließende Spielrunde („Malefiz“ ist bei meinen Angehörigen ein Favorit) oder ein Filmabend im heimeigenen Kino. Ob alleine oder gemeinsam: Besorgen Sie sich ein oder zwei stimmige DVDs, füllen Sie Ihren Plätzchenteller und kochen Sie Glühwein oder Punsch. Zuhause ist es doch am schönsten!

Auf das neue Jahr gießen

Irgendwann ist es dann soweit: Mitternacht. Gießen Sie Sekt oder Orangensaft ein. Oder hätten Sie doch lieber Blei? So nehmen Sie mit ein wenig schattenspielerischer Fantasie dem neuen Jahr vielleicht ein wenig Ungewissheit ab. Und für die bombige Hintergrundstimmung sorgen schon die Nachbarn mit ihren Böllern und Feuerwerksraketen.

Von Christiane gibt es noch einen Tipp: Sich sozial engagieren. Damit meint sie, dass man Leuten „im Krankenhaus oder im Altenheim was vorlesen oder mit ihnen reden“ könne. Sie persönlich wird den Tag beziehungsweise die Nacht mit ihren Angehörigen verbringen. Ihnen wünschen wir auf jeden Fall ein gutes 2010!

Text: TMI - 12/2009

Fotos: pixelio.de

Sie haben noch Fragen? Stellen Sie diese gleich hier im Forum!

Links zu diesem Artikel