Rechte behinderter Fluggäste

Eine neue EU-Regelung verbietet Fluglinien, Passagiere wegen körperlicher Beeinträchtigungen abzulehnen - bisher ist das bei manchen Billigfliegern durchaus üblich.


Ältere und behinderte Fluggäste dürfen in Europa seit dem 26. Juli 2007 nicht länger benachteiligt werden. Nach Angaben der zuständigen EU-Kommission treten ab diesem Datum neue Regeln in Kraft. Wie die Brüsseler Behörde mitteilte, verbieten sie es Fluggesellschaften und Reiseveranstaltern, Kunden mit eingeschränkter Bewegungsfähigkeit zurückzuweisen. "Das wird der Diskriminierung ein Ende bereiten und behinderten und älteren Passagieren die Hilfe geben, die sie benötigen", erklärte EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot. Nach Barrots Angaben ist jeder zehnte EU-Bürger in seiner Mobilität eingeschränkt und benötigt besondere Unterstützung, beispielsweise beim Zurücklegen langer Strecken im Flughafen.

Ende der Diskriminierung in Billigfliegern

Nicht alle Airlines hielten sich bisher an das Gebot der Diskriminierungsfreiheit, sagte Barrots Sprecher Michele Cercone. So behält sich etwa die irische Billigfluggesellschaft Ryanair "Sicherheitsgründen" vor, pro Flug höchstens vier Fluggäste zu befördern, die "eingeschränkt beweglich oder blind/ sehbehindert sind und mit einem Blindenhund bzw. ohne Begleitung reisen oder die besondere Hilfeleistungen am Flughafen benötigen", wie aus den Geschäftsbedingungen hervorgeht. In einem Jahr müssen sämtliche Flughäfen kostenlose Hilfen für ältere und behinderte Menschen anbieten, etwa den kostenlosen Transport von Blindenhunden und Rollstühlen. Manche Flughäfen und Airlines bieten das heute schon an, andere würden dafür aber zusätzliche Gebühren erheben. Das sei künftig verboten.

Strafen für Unbelehrbare

Die 27 EU-Staaten werden dazu angehalten, angemessene Strafen für jene Luftfahrtunternehmen und Urlaubsveranstalter vorzusehen, die gegen die neuen Regeln verstossen. Kunden, die sich benachteiligt fühlen, sollten bei den betreffenden Firmen protestieren. Wenn das nicht helfe, sind nach der neuen Regelung die Aufsichtsbehörden des Landes zuständig, in dem die Betroffenen diskriminiert wurden.

Text: cb 9.2007 - MyH

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