SAC-Bergsportwochen für Menschen mit Behinderung

Die Schönheit der Berge wirkt magisch- auch auf Menschen, die sie aufgrund einer Behinderung nicht ohne fremde Hilfe entdecken können und auf kräftige Träger angewiesen sind. Dass der Berg, das unüberwindbare Hindernis, kleiner werden kann, zeigt die SAC-Sektion Rinsberg alljährlich durch ihr Sportlager für Menschen mit Behinderung.Behinderte und nichtbehinderte Teilnehmer der SAC-Sportwoche 2007 während einer Bergwanderung.

Der SAC Sektion Rinsberg organisiert seit mehreren Jahren Sportlager für Menschen mit Behinderung. Im Juli 2007 fand das Lager unter der Aufsicht von 19 Bergführern in Hasliberg im Berner Oberland statt.

Der Bericht

„Einmal mehr genoss ein grosses Leiterteam des SAC Rinsberg zusammen mit zehn bergbegeisterten Teilnehmern eine Woche hoch über den Niederungen des Alltags. In der gemütlichen Sustli-Hütte konnten wir bei hervorragender Bewirtung und Witterung jeden Tag ausführliche Touren in die umliegende Bergwelt unternehmen. Nach einem eher gemütlichen Tag im Klettergarten folgte am Dienstag bereits die höchste Gipfelbesteigung der Woche: Der Grassen bot nicht nur steiles Eis und Gletscherspalten, sondern vor allem auch eine wunderbare Aussicht auf den nahen Titlis, die Wendenstöcke und die Berner Alpen, bis hin zu Bergen, die selbst unsere erfahrensten Alpinisten nicht benennen konnten. Doch bekanntlich endet eine Bergtour nicht auf dem Gipfel, auch der Abstieg über den felsigen Grat und den Gletscher zurück zur Hütte erforderte nochmals Konzentration. Zufrieden angekommen stellten wir gleich einen Rekord im Füssebaden auf: Zwölf Leute stopften ihre verschwitzten Füsse in den kleinen Brunnen.

Für 13 Teilnehmer mit ganz unterschiedlichen Behinderungen (von starker Sehschwäche bis zu Cerebralparese) wurden ihre Bergträume wahr. Dabei ging es mal wieder richtig zur Sache: neben „normalen“ Wanderungen standen Felsklettern, Abseilen, Eisklettern und eine Gletscherbegehung auf dem Programm.

Auch die folgenden Tage sparten nicht mit gutem Wetter und schönen Erlebnissen, sei es beim Klettern in immer längeren und schwierigeren Routen oder auch mal auf einer ausgiebigen Wanderung. Und als uns schliesslich am Freitag ein heftiger und ausdauernder Regen von den Felsen spülte, bescherte uns das endlich noch einen geruhsamen Nachmittag in der Hütte, mit viel Essen (die Sustlihütte ist berühmt für ihre hervorragende Apfelwähe!), Jenga und anderen Spielen sowie musikalischen “Versuchen“ mit Gitarre und Gesang.

Am Samstag stiegen wir bei grauem Wetter hinunter zur Passstrasse, wo uns nach einem Kaffee das Postauto abholte und nach Göschenen brachte, wo sich die müde aber zufriedene Schar in alle Himmelsrichtungen verteilte. Bis zum nächsten Jahr!“

Text: Andreas Haug/ cobar 10/2007 - MyH

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