Forum, Infos & Adressen
für Menschen mit Behinderung
Login Login
Passwort vergessen? | Registrieren.
 DEFR

Amputation und Prothese

Begriffsbestimmung: Die Amputation ist der Verlust eines Körperteils

Eine Amputation bedeutet die Abtrennung eines Körperteils oder eines Organs, was in der Regel zu einer Invalidität führt - selbst mit Prothesen. Die Amputation ist die Folge von drei möglichen Ursachen:

  • chirurgischer Eingriff: Weil der betroffene Körperteil nicht erhalten oder wiederhergestellt werden kann, muss er entfernt werden, da sonst aufgrund des absterbenden Gewebes das Leben des Patienten in Gefahr wäre.
  • Trauma: Die Amputation ist die Folge eines Unfalls.
  • Bestrafung: In einigen Ländern wird die Amputation als Vergeltungsmassnahme für eine Straftat praktiziert.

Gemäss dem Bundesamt für Statistik BFS erfolgten in der Schweiz im Jahr 2010 über 2'000 Amputationen. Zudem wurden weit über 30'000 Prothesen eingesetzt.

Betroffener mit einer kompletten Beinprothese des rechten Beines auf einem OP-Tisch
Die komplette Amputation eines Beines ist ein einschneidendes Ereignis für den Betroffenen. (Dieter Schütz/pixelio.de)

Ursache: arterielle Durchblutungsstörung häufigster Grund

Mehr als 80 Prozent der Beinamputationen haben eine arterielle Durchblutungsstörung als Ursache, die wiederum oft von Diabetes, aber auch von Nikotin ausgelöst wird. Im Gegensatz dazu sind Arm-, Hand- oder Fingeramputationen meistens die Folge eines Unfalls. Weitere Gründe, die zu einer Amputation führen können, sind Tumore, Infektionen oder genetisch bedingte Fehlbildungen.

Therapie: Ist die Prothese da, beginnt die Physiotherapie

Nach dem Eingriff steht zunächst die medizinische Rehabilitation - die Verbesserung des grundlegenden Gesundheitszustandes des Patienten - an erster Stelle. Anschliessend beginnt die Physiotherapie, die stationär oder ambulant erfolgen kann. Hier erhält der Betroffene eine prothetische Versorgung, wodurch das entfernte Gewebe funktionell und kosmetisch bis zu einem gewissen Grad ersetzt werden kann. Durch regelmässiges Training lernt der Betroffene mit der Prothese umzugehen. Ein weiterer Aspekt in der Nachbehandlung ist die psychosoziale Begleitung des Betroffenen, um den Verlust der körperlichen Integrität zu verarbeiten und das Selbstwertgefühl wieder aufzubauen.

Prothesen können amputierte Körperteile zwar teilweise ersetzen, jedoch sind damit häufig auch Schwierigkeiten verbunden. Eine abnehmbare Prothese kann - vor allem in den unteren Extremitäten - zu Stumpfschmerzen führen, wenn sie nicht richtig passt oder der Stumpf über längere Zeit belastet wird. Ein weiteres verbreitetes Problem bei Amputationen ist der so genannte Phantomschmerz. Betroffene verspüren einen Schmerz oder ein Jucken an der Stelle des nicht mehr vorhandenen Körperteils. Diese Beschwerden lassen sich mittels Medikamenten oder verschiedenen Therapien (Spiegeltherapie) teilweise lindern.

Schwerwiegende Folgen: Eine Amputation kann das Leben einschränken

Weil eine Prothese den zu kompensierenden Körperteil nie gänzlich ersetzen wird, kann sich die Amputation je nach Körperteil und Amputationshöhe extrem auf das Leben des Betroffenen auswirken. Ob der Betroffene Anspruch auf eine IV-Rente hat, kann bei der zuständigen kantonalen Sozialversicherung abgeklärt werden.

Ist nebst der Amputation auch noch eine andere Erkrankung vorhanden, wie etwa Diabetes oder Krebs, kann sich der Anspruch auf eine IV-Rente erhöhen.
Weitere Informationen zur IV-Anmeldung erhalten sie hier.


Text: Thomas Mitterhuber / Simon Müller - 07/2012
Fotos: pixelio.de

MyHandicap
IBAN: 97 5473 7
BIC: RAIFCH22D20
 
Jetzt spenden

Stiftungen, die uns unterstützen


Logo der Ernst Göhner Stiftung


Logo der Paul Peter Alden Stiftung


Logo der Binding Stiftung


Logo der UBS Stiftung