Forum, Infos & Adressen
für Menschen mit Behinderung

Das Land der Farben

November 2004: Eine kleine Gruppe von sieben Personen, eine davon im Rollstuhl mit Swisstrac, trafen sich voller Vorfreude am Flughafen Zürich. Unser Touroperator begrüsste uns und übernahm das Check- In. Nach dem reibungslosen Transfer ins Flugzeug starteten wir in eine andere Welt.

Sieben Stunden später landen wir in Muscat. Als ich mit meinem Swisstrac durch die Halle des Flughafens rauschte, war plötzlich alles still. Weissgekleidete Menschen beobachten mich verwundert. Erstaunt über diesen nicht alltäglichen Gast vergassen sie für einen Moment das Gespräch. Freundlich und hilfsbereit hiessen mich die Omanis aber schliesslich willkommen. Leicht erschöpft erreichten wir unser erstes Hotel, das ich einigermassen behindertengerecht vorfand.

1. Tag: Besuch der Souk von Muscat - Besichtigung des Sultanspalast

Unser "Qais", der uns die nächsten Tage begleitete, brachte uns nach Muscat. Ein Meer von Farben begrüsste uns in der Souk. Mystische Klänge hingen in der Luft. Schmuck und Stoff lockte uns Frauen von Stand zu Stand. Der Duft von Weihrauch und anderen Gewürzen berauschte unsere Sinne. Nach diesem eindrücklichen Besuch fanden wir uns im ehemaligen Sultanspalast wieder. Als die Perle im Golf liegt dieser Palast an einem privaten Strand mit spektakulärer Aussicht auf den Golf von Oman.

2. Tag: Fahrt nach Nizwa - Picknick auf den Grand Canyon von Oman

Auf dem Weg nach Nizwa hielten wir bei der einzigen Moschee, die für Touristen zugänglich ist. Leider ist es Rollstuhlfahrern nicht gestattet, die Moschee zu befahren. Aber schon das Äussere und die Erzählungen meiner Mitreisenden haben mich begeistert. Auf der Weiterfahrt lies ich die Landschaft auf mich wirken. Gebirgsketten wechselten sich mit Dattelpalmenwäldern ab. Ich freute mich auf den ältesten Souk in Oman. Vorher bezogen wir unser zweites Hotel, das auch kein Problem für Rollifahrer darstellt. In der Souk tauchte ich in eine jahrhunderte alte Tradition ein. Faszinierende Gesichter hielten mich gefangen, welche wir mit versteckter Digitalkamera festzuhalten versuchten. In Oman ist das Fotografieren von Menschen nicht erwünscht. Mit vielen neuen Eindrücken ging die Fahrt weiter zum Grand Canyon von Oman. Es erwartete uns ein atemberaubendes Panorama 2500 Meter über Meer. Nach diesem Erlebnis beendeten wir diesen Tag mit einem feinen Buffet im Hotel.

3. Tag: Fahrt in das Wüstencamp

Ein Camp in der Wüste, mit viel Liebe gebaut, erwartete uns. Unser Gastgeber war begeistert, den ersten Rollifahrer begrüssen zu können. Wir übernachteten in Lehmhütten, nachdem wir ein spezielles Nachtessen (Fleisch in Bananenblättern verpackt, in einer Grube vergraben für zwölf Stunden gegart) geniessen durften. Diesen Ausflug möchte ich nicht missen. Meiner Ansicht nach ist das ein Muss für jeden Oman-Besucher.

4. Tag: Dünenfahrt - Besuch einer Berberfamilie

Mitten in der Wüste nach einer aufregenden Dünenfahrt mit viel Angstgeschrei der Frauen sassen wir bei den Kamelen und genossen die Atmosphäre. Nun stand ein besonderes Ereignis bevor: Wir wurden von einer Berberfamilie nach Hause eingeladen. Das kommt äusserst selten vor, erzählte uns die Reiseleiterin. Wir wurden mit Dattelhonig und feinem Tee verwöhnt. Während die Männer im Männerhaus verweilten, durften wir die Gastfreundschaft der Frauen geniessen. Das war einmalig. Ein Henna-Tattoo, welches mir eine Berberin aufmalte, schmückte meine Hand. Wir wurden mit Weihrauch geschützt und kamen in den Genuss verschiedenster Rituale. Von Eindrücken überwältigt führte uns die Reise wieder zurück nach Muscat. Unsere letzten Tage standen bevor. Nun ist noch etwas baden und relaxen angesagt. Wir wurden in einem Fünfsterne-Hotel erwartet. Das spektakuläre Hyatt Regency Muscat Hotel liegt am schönen Sandstrand von Shatti Al-Qurm, worin man die herrlichen blauen Wasser des Golfs von Oman überblicken kann. Nach der Lehmhütte in der Wüste nun dieser Palast, der Kontrast könnte nicht grösser sein. Ein Traum von einer Suite über den Dächern von Muscat mit Blick auf das Meer war für uns reserviert. Das war der krönende Abschluss dieser eindrücklichen Entdeckungsreise nach Oman.

Oman heißt: Farben sehen, Wohlgerüche atmen, Horizonte erahnen, extreme Kontraste physisch erleben, sich in endlosen Landschaften scheinbar verlieren.

 

Brainjoin National Suisse Balgrist Dow

Besucher, die diese Seite gelesen haben, haben auch gelesen:




> Passwort vergessen?

 Registrieren

Website durchsuchen