Internet-Zugang und Nutzung für alle
Für Menschen mit einer Behinderung ist das Internet besonders attraktiv, denn das Informations- und Service-Angebot im Web ermöglicht ihnen ein erhöhtes Maß an Selbstständigkeit. Bedingung ist dafür allerdings, dass die Seiten barrierefrei sind.
Statistiken belegen, dass Menschen mit Behinderungen überdurchschnittlich oft im Internet sind. Deshalb ist es wichtig, dass das Internet barrierefrei ist. Barrierefreies Internet bedeutet, dass die Web-Seiten für alle Internet-Benutzerinnen und -Benutzer zugänglich sind, also gelesen und interpretiert werden können.
Dies muss dauch für diejenigen Userinnen und User gelten, die nicht in der üblichen Weise die Information am Bildschirm lesen und die Navigation mit der Maus steuern können, seien das nun Menschen mit einer Sprach-, Hör-, oder Sehbehinderung oder Personen mit einer motorischen Einschränkung.
Gesetzliche Rahmenbedingungen
Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Gestaltung von barrierefreien Websites sind klar und im Behinderten-Gleichstellungsgesetz festgehalten. Die Verordnung sieht vor, dass die Bundeskanzlei und der Informatikrat Bund für die Verwaltungseinheiten nach Artikel 2 Absatz 1 RVOG die dazu notwendigen Richtlinien erlassen. Die Richtlinien des Bundes für die Gestaltung von barrierefreien Websites wurden von einer Expertenkommission des Bundes, der Stiftung "Zugang für alle" und weiteren Experten ausgearbeitet und am 23. Mai 2005 vom Informatikrat Bund verabschiedet.
Dieser Standard schreibt vor, dass alle Websites des Bundes (Kreise 1 und 2), die neu erstellt werden, die Konformitätsstufe AA der WCAG 1.0 (Web Content Accessibility Guidelines) erreichen müssen. Bestehende Websites mussten bis zum 31.12.2006 ebenfalls diese Konformität erreichen. Was für die Seiten des Bundes gilt, sollte selbstverständlich für alle Anbieter von Online-Angeboten gelten.
Zahlreiche Kriterien
Aber was bedeutet Barrierefreiheit im Internet in der Praxis? Unter Einbezug der verschiedenen möglichen Behinderungen lässt sich generell sagen, dass klare Strukturen, einstellbare Schriftgrössen, starke Kontraste, so wenig Java-Applets oder Flash-Objekte wie möglich, eine sinnvolle Reihenfolge der einzelnen Elemente, kurze und wenig komplizierte Sätze sowie die Einhaltung technischer Standards die barrierenfreie Nutzung des Internets erleichtern. Ausserdem ist darauf zu achten, dass neue Inhalte und Elemente ständig der einmal erreichten Accessibility angepasst werden. (Details siehe weiterführende Links)
Barrierefreiheit - nicht nur für behinderte Menschen
Die Barrierefreiheit geht jedoch weiter: Zusätzlich zu der Berücksichtigung der Belange von Menschen mit Behinderung bedeutet "barrierefrei", dass im Internet ganz allgemein niemandem Barrieren in den Weg gelegt werden sollen. Auch Internet-Nutzer ohne Behinderung sollen beim Abruf von Angeboten nicht dieselbe Hard- und Softwarekonfiguration verwenden müssen wie der Anbieter.
Bei Barrierefreiheit geht es aber ebenso um Plattformunabhängigkeit, so soll ein Internetangebot mit verschiedenen Ausgabemedien nutzbar bleiben und unabhängig vom verwendeten Betriebssystem und der Software funktionieren. Nur so ist im Internet die Erreichbarkeit von so vielen Menschen wie möglich gesichert - Menschen mit und Menschen ohne Behinderung.
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