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Menschen mit Behinderung in der Schweiz – eine Statistik

Wann spricht man nun von einer Behinderung und wann nicht? Was wie eine einfache Frage anhört, entpuppt sich als schwieriges Unterfangen. Das Bundesamt für Statistik (BFS) versuchte sich der genauen Definition zu nähern und so für das Jahr 2007 die Anzahl behinderter Menschen in der Schweiz zu erfassen. 

Wer hat  eine Behinderung, wer fühlt sich eigentlich behindert? Denn neben dem medizinischen Aspekt gibt es auch noch Einschränkung bei täglichen Aktivitäten sowie im sozialen Umfeld. So kann es gut sein, dass beispielsweise eine Person gehörlos ist, aber sich mit dem Handicap so gut arrangiert hat, dass nur noch wenige Schwierigkeiten im Alltag entstehen. 

Anzahl variiert je nach Definition

Gemäss BFS sind von der in Privathaushalten lebenden Bevölkerung über 15 Jahre ca. 4 bis 30 Prozent von einer Behinderung betroffen. Die Zahl variiert nach Definition, je nachdem ob zu einer Behinderung nur eine dauerhafte gesundheitliche Schädigung gezählt wird (Frauen: 17,5%, Männer: 9.9%), die Beeinträchtigung bei täglichen Aktivitäten wie etwa Essen, Körperpflege, Einkaufen mitgerechnet wird( F: 16.1%, M: 12,7%) oder die Teilnahme am Erwerbsleben und am sozialen Umfeld bewertet wird (F: 29,8%, M: 24,4%).

Hinzu kommen Zahlen, welche finanzielle Leistungen von Sozialversicherungen an Personen wegen dauerhaften gesundheitlichen Einschränkungen betreffen (F: 4.2%, M: 5.5%) und die Bezüger von Pflegeleistungen durch Organisationen und Angehörige (F: 17,5%, M: 13.3%).

Behinderung betrifft Frauen häufiger

Die Statistik des BFS besagt, dass unter den Menschen mit Handicap leichte Behinderungen am häufigsten vorkommen. Eine Feststellung, welche aus der Statistik auch hervorgeht ist, dass mehr Frauen mit einer Behinderung leben als Männer.

In fast allen Definitionen sind sie in der Mehrheit. Dies wird mit unterschiedlichen Rollenverhalten und den unterschiedlichen beruflichen und sozialen Lebenssituationen begründet. So geht man von einem anderen Verhältnis zur Gesundheit, die Art, über bestimmte Probleme zu sprechen oder diese zu verschweigen oder Symptome unterschiedlich zu bewerten.

Allerdings sind Frauen beim Bezug von Leistungen durch Sozialversicherungen in der Minderheit. Dies steht im Zusammenhang mit der Stellung der Frau in der Arbeitswelt und in den Sozialversicherungen. Alte Rollemuster sind hier genauso verantwortlich wie die von der Gesellschaft gestützte Tendenz bei Frauen, sich eher in die Aufgabe als Hausfrau zurückzuziehen, als Leistungen von Sozialversicherungen zu beantragen.

Mehr Handicaps im Alter

Mit zunehmendem Alter nehmen auch die gesundheitlichen Einschränkungen zu. Die in der Statistik festgestellte kontinuierliche Zunahme der behinderten Personen bei älteren Personen gilt als natürlicher Faktor. Die Fortschritte in der Medizin mit der damit gestiegenen Lebenserwartung bewirken, dass immer mehr behinderte Menschen ein hohes Alter erreichen.

Mit der erarbeiteten Statistik konnte das Bundesamt interessante Fakten über behinderte Menschen in der Schweizer Bevölkerung liefern. Die Wahrnehmung einer Person mit Handicap bleibt aber individuell – von innen wie aussen.

Text: HIA - 02/2010

 

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